Atlas der Titan

Heute ist es soweit. Nach langem Überlegen habe ich mich dazu entschlossen meine aktuelle Situation und Stimmungen aufzuschreiben. Obschon mein Verstand sagt:

  • Was tust du da?
  • Geht doch niemanden was an!
  • Es geht dir ja gut!
  • Du machst dich nur lächerlich!
  • Du spinnst doch!
  • Du bist unfähig!

Und doch drängt es mich dazu, zu schreiben was mit mir los ist….

Bereits jetzt fängt es wieder an. Meine Tränen laufen mir über die Wangen und ich fühle mich einfach nur traurig, hilflos und einsam. Nicht zu vergessen diese Ängste und dabei weiss ich noch nicht mal genau vor was ich mich fürchte. Trotzdem tauchen sie immer in den unpassendsten Momenten auf. Manchmal während einer wichtigen Sitzung, im Schwimmbad, im Restaurant oder beim Coiffeurbesuch und neuerdings sogar wenn ich Bekannte besuche. Sicher fühle ich mich nur zu Hause.

Dann diese bleierne Müdigkeit – zum Verzweifeln! Immer wieder höre ich lieb gemeinte Worte „Leg dich doch hin und schlafe etwas„. Doch es geht nicht. Ich bin dermassen müde, dass ich schon gar nicht mehr einschlafen kann. Selbst Nachts hindert mich diese innere Unruhe und Rastlosigkeit davon ab wirklich tief und fest zu schlafen. Es gibt Tage da wache ich nach 3-4 Stunden Schlaf auf, an anderen schaffe ich es 12 Stunden am Stück zu schlafen und egal wie wie viele Stunden ich mich hinlege – die Müdigkeit bleibt. Dazu kommen noch die gefühlten Erstickungsanfälle! Es ist einfach nur schrecklich, wenn ich mitten in der Nacht aufwache und einen grossen Druck auf den Lugen verspüre und der Atem im Hals stecken bleibt und mir das Gefühl gibt zu ersticken. Nur mit grosser Anstrengung schaffe ich es, mich in solchen Situationen zu beruhigen.

Endlich, der halbe Arbeitstag ist rum! Auch wenn ich vom Arzt 50% krankgeschrieben bin, kostet mich dieser halbe Tag Arbeit unglaublich viel Kraft und Energie. Vor allem wenn ich sehe was ich da leiste – oder besser gesagt eben nicht leiste! Das bisschen Arbeit hätte mich noch vor einem Jahr unterfordert und jetzt habe ich das Gefühl, ich schaffe noch nicht mal die Arbeit eines Auszubildenden. Immer wieder höre ich „Lass dir Zeit, das wird schon wieder„! Doch mein inneres Ich sagt dazu nur: „Priska du bist unfähig„. Das nagt an mir und lässt mich nicht los, zumal ich eigentlich eine erfolgreiche, intelligente Frau bin.

So, noch schnell ins Shiatsu. Die Muskeln lockern lassen um eine kleine Linderung dieser quälenden Rücken- und Nackenschmerzen zu erfahren. Teilweise fühle ich mich wie Atlas der die Weltkugel auf den Schultern trägt. Aber immerhin kann ich mich bei meiner Shiatsutherapeutin ein wenig entspannen und etwas Ruhe finden.

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