Erinnerungen aus einer anderen Zeit (4)


Versteckt hinter einer Böschung, mein Blick gerichtet auf eine sehr breite Strasse. Ziehen zig tausend reptiloide Soldaten an mir vorüber. Im Gleichschritt – eingeteilt in Legionen – marschierend auf ein Ziel im Nirgendwo. Allein ich bin – ohne Gefährten – folgt mein Blick den Soldaten. Angst mich befällt. Ich muss weg von hier – viel zu nah ist die Gefahr. Hinter mir ich erblick ein zerbombtes Dorf. Doch für Schutz reicht es mir. Ich schleiche mich – mit Brettern verbarrikadierte Fenster, keine Tür in der Angel – in ein fremdes Haus. Dreckverschmiert und düster die Räume, suche ich nach einer optimalen Sicht auf die Strasse. Was ich sehe, lässt mich erstarren. Nicht nur marschierende Echsenwesen säumen die Strasse. Nein, auch mit Stangenmessern bewaffnete, über 3 Meter grosse insektoide Wächter, Panzerfahrzeuge, Strahlenkanonen und sonstige militärisches Gut – verteilt über eine ganze Wiese bis weit in den Horizont. Nicht zu zählen vermag ich diese riesige Armee! Wo bin ich hier?

Intuitiv zucke ich zusammen – der erste heftige Schlag mich erfasst – dem zweiten Schlag ich weiche aus. Eine in Schwarz gehüllte Gestalt, mich von hinten greift an. Meine Reflexe ziehen unbewusst mein Doppelklingen-Schwert – ein Tritt in des Gegners Bauch – schon ist meine Waffe an seinem Hals. Ein Glück für ihn – seine Augen sind nicht verhüllt – ich erkenne seine Todesangst. Aus Not heraus griff er mich an – getrieben von Hunger und Leid – schützen er wollte sein Haus. Keine Gefahr er ist für mich. Doch der verursachte Lärm, hat Aufmerksamkeit erregt. Eine schwerbewaffnete Patrouille tritt ins Haus – geht suchend von Zimmer zu Zimmer – bis hin zu uns. Schhhhhht, leise ich deute dem Sklaven – versteckt dich im Schatten – ich hinter der Tür, mein Schwert zum Töten bereit. Die Wächter treten auf die Schwelle, blicken ins Zimmer – Ruhe bewahren, kein Aufstand erzeugen – drehen sich um und verlassen das Haus. Keiner ist zu Schaden gekommen. Dankbar für das Leben der Sklave mir ist. Doch noch immer ich nicht weiss – wo bin ich hier?

Ich wage mich nun weiter hinein in das Dorf – eine Art Glockenturm ich erblicke – dort hinauf ich muss. Schleichend durch die Gassen – den Wächtern ausweichend – erreiche ich das Innere des  anvisierten Gebäudes. Zerborstene Bänke und Tische, ein Bild des Randalierens sich zeigt. Dort hinten eine Treppe erklimmend – der Weg hinauf in den Turm. Hell erleuchtet ist der oberste Teil – doch auch hier Verwüstung überall. Ein leises Wimmern und Getuschel ertönt aus einer Ecke – zusammengekauert ein Mann, eine Frau und drei Kinder – eine ausgemergelte Familie sich hier versteckt. Sie zittern vor mir – ihre Augen flehen um Gnade. Keine Angst ich bin nicht hier um euch zu verletzen – der Turm mir dient der Aussicht – ich bin hier um das Schlachtfeld zu überblicken. Durch ein Turmfenster ich kann das Dorf überblicken. Unter mir sind plündernde Wachen – quälen die Menschen – zerrstören die letzten Reste eines einst schönen Dorfs. Ein feines Zupfen an meiner Exo-Panzerung reisst mich aus meinen Gedanken – die Kleinste der Familie steht bei mir, teilt ihr Stückchen Brot und reicht es mir. Ich will das Essen nicht – ausgemergelt die Familie ist, das Brot doch auch so kaum für ihr Leben reicht – doch die Kleine besteht auf ihr Geschenk. Also setzte ich mich zur Familie – geniesse mit ihnen das karge Mahl – die Liebe sie verbindet und ihr Leid vermindert. Was mache ich hier?

Plötzlich ein lautes Krachen und Donnern – laute Schreie dringen nach Oben – schwere Schritte eilen die Treppe nach oben. Ich erkenne die Gefahr – verstecke mich in einer Ecke – deute der Familie zu bleiben im Stroh auf ihren Decken. Schon taucht der erste Echsen-Kopf vor mir auf – genauso schnell fällt dieser von seinem Hals – durchtrennt von meiner Klinge. Die zweite Echse panisch flüchtet – schreit nach Hilfe – ich schnell auf der Treppe hinter her. Auch er wird sein Leben lassen müssen.

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