Der blaue Kristall

Der blaue Kristall

«Du bist eine Schamanin!» teilte mir mein Therapeut unverblümt mit. Diese Worte brachten mich komplett durcheinander. Ich sollte tatsächlich eine dieser Wochenend-Trommler sein?  Eine, die aus Spass am Transzendenten sich mal eben in himmlische Tranczustände begibt? Ja, Spiritualität ist ein Teil meines Lebens – doch dieses konsumorientierte Bild eines schamanischen Heilers wollte einfach nicht passen. Gleichzeitig war meine Neugier geweckt. Ich begann mich intensiver mit dem Thema auseinander zu setzen. Dabei war mir (neben vielen weiteren Büchern) das Buch «Schamanismus und Tantra in Nepal – Heilmethoden, Thankas und Rituale aus dem Himalaya» von Christian Rätsch eine grosse Hilfe.

Ich erkannte, dass Schamanismus eine Lebensaufgabe und eine Berufung ist. Man wird in diese Rolle hineingeboren. Techniken lassen sich an Workshops und Seminare lernen. Jedoch das Wesen und die soziale Andersartigkeit eines Schamanen ist ein Geburtsrecht. Ein Recht, dass insbesondere in unserer westlich orientierten Welt, mit Füssen getreten wird. Hochsensible Menschen – die wie ich – mit der geistigen Welt seit ihrer Geburt verbunden sind, gelten als autistisch und damit behindert. Nur wenige westliche Menschen achten meine Fähigkeiten und respektieren meine Wahrnehmung. Dabei wäre es dringend notwendig, dass der Westen wieder lernt spirituelle Berater zu achten.

Doch was hat das alles mit dem blauen Kristall zu tun?

Jeder geborene Schamane wird an seine Ritual- und Heilwerkzeuge durch die geistige Welt herangeführt. So wurde auch ich in der Kindheit zu meinem Heilstein geleitet.

Die Geschichte dazu
Die Nachbarskinder verbrachten ihre Zeit mit Puppen, Raufen oder Fussballspielen. Ich dagegen sammelte leidenschaftlich Mineralien und Kristalle oder trieb mich in Wäldern und Gärten herum, auf der Suche nach frischen Beeren. Eines Tages nahmen mich meine Eltern mit an die Mineralienbörse und drückten mir zehn Franken in die Hand «Öppis zum gänggele» (Berndeutsch für: Kauf dir was Schönes). Ich war hin und weg – so viele bunte Edelsteine und Kristalle auf einem Haufen! Überall glitzerte und leuchtete es. Ich war nicht mehr zu halten und rannte staunend von Stand zu Stand. Welche Steine sollte ich mir da blos kaufen? Bald hatte ich mein erstes Kaufobjekt gefunden: eine Eierschachtel voll kleiner, bunt gemischter Rohkristalle. Finanziell keine grosse Wertanlage – kostete es mich gerade mal acht Franken. Doch für mich hatte es einen ideellen Wert!

Was sollte ich den jetzt mit dem Restgeld tun? Viel liess sich damit nicht mehr kaufen. Intuitiv dränge mich jedoch eine innere Stimme. Ich wusste einfach, dass da noch irgendwo ein Stein auf mich wartete. Also schlenderte ich weiter durch die Aussteller. Plötzlich sah ich ein Leuchten. Zuerst dachte ich, dass es von den Steinen kommt. Doch dem war nicht so. Es war einer der Verkäufer, welcher gerade am verhandeln mit einem potenziellen Käufer war. Neugierig ging ich zum Stand hin. Belauschte die Beiden in ihrem Verkaufsgespräch um einen bezaubernd, blauen Kristall. Wie hypnotisch zog mich dieser Stein an, so dass ich nur noch den letzen Wortfetzen vernahm: «Nein, also soviel bezahle ich nicht dafür. Das grenzt ja an Wucher!». Empört marschierte der Käufer davon.  Ich stand immer noch stauend vor dem Stein in der Hand des Verkäufers und merkte nicht, wie mich dieser wohl amüsiert musterte. Ich reagierte erst, als ich seine Stimme vernahm: «Der gefällt dir nicht war? Wenn du willst, kannst du ihn kaufen.». Tzja …. nur womit? Mit meinen restlichen zwei Franken, war der Stein für mich unerschwinglich. Was ich dem Verkäufer auch ziemlich traurig mitteilte. Er meinte nur: «Zeig mir mal wie viel Gelt du den hast». Ich streckte ihm meine Hand entgegen. Er überlegte kurz, nahm mir einen symbolischen Franken aus der Hand und legte mir zu meiner Überraschung den Kristall in die Hand: «Er gehört jetzt dir. Passt gut darauf auf! … und nun geh zu deinen Eltern».

Voller Stolz nahm ich meine Errungenschaft und rannte zu meinen Eltern. Ich erzählte ihnen was passiert war und wie schön doch der Stein so facettenreich glitzert. Meine Freude dauerte nicht lange an. Mein Vater wurde wütend und schrie mich an: «Was fällt dir ein teure Steine zu stehlen? Woher hast du den? Den bringen wir sofort zurück und du entschuldigst dich dafür!». Perplex und zitternd deutete ich in Richtung des Standes. Mein Vater packte mich grob am Arm und schleifte mich zum Verkaufstand. Er frage die anwesenden Verkäufer nach dem Stein. Doch jeder verneinte, dass sie diesen Stein im Sortiment hatten oder diesen verkauft hätten. Auch konnte sich keiner erklären von welchem Verkäufer ich die ganze Zeit sprach. Wie so viele Wesen in meiner Wahrnehmung – war dieser Verkäufer spurlos verschwunden. Mein Vater versuchte an der gesamten Mineralienbörse herauszubekommen, woher der Cavansit stammte. Vergebens! Ziemlich generft drückte er mir schlussendlich den Stein in die Hand: «Dann behalte ihn halt. Wenn ihn niemand vermisst.»

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Wikipedia: Cavansit
Cavansit ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Silikate und Germanate“. Der Name ist ein Kunstwort, bestehend aus den Abkürzungen der im Mineral enthaltenen Haupt-Elemente Calcium (Ca), Vanadium (V, van) und Silicium (Si) und dem angehängten ‘t’ nach dem griechischen Wort lithos für Stein.

  • Seelische Wirkung
    • Stärkt Intuition, Motivation und Erkenntnis
    • Vermittelt Lebensfreue, Schönheitssinn und Spontanität
    • Unterstützt bei Hemmungen und Ängsten
    • Fördert logisches Denken und Konzentration
    • Bringt wachen, klaren Verstand
    • Befreit von alten Einstellungen
    • Mag keine Routinearbeiten
  • Körperliche Wirkung
    • Stärkt die Sehkraft
    • Spendet Lebensenergie
    • Hilft bei Verspannungen im Kopfbereich und Tinnitus
    • Wirkt entzündungshemmend und schmerzlindernd
    • Unterstützt die Entgiftung
    • Stärkt bei Nieren- und Blasenbeschwerden
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