Erinnerungen aus einer anderen Zeit (5)

Entspannt wir schlendern Hand in Hand – entlang dem Weg. Sonnenbeschienene Häuser säumen die Strassen. Hochhäuser direkt neben mittelalterlich wirkende Herrschaftshäuer, dazwischen Glasbauten und riesige zum Spazieren einladende Plätze. Skulpturen, Bäume und Rasenflächen soweit ich blicken mag. Die friedliche Ruhe mich durch dringt – geniessend ich deiner führenden Arme ich folge. Fremd auf mich wirkt die Gegend – innerlich jedoch vertraut sich anfühlend. Vor einem Modegeschäft bleibst du stehen, durchschreitest die Tür – verwirrt ich bin, was tun wir hier? Weiterlesen

Erinnerungen aus einer anderen Zeit (4)

Versteckt hinter einer Böschung, mein Blick gerichtet auf eine sehr breite Strasse. Ziehen zig tausend reptiloide Soldaten an mir vorüber. Im Gleichschritt – eingeteilt in Legionen – marschierend auf ein Ziel im Nirgendwo. Allein ich bin – ohne Gefährten – folgt mein Blick den Soldaten. Angst mich befällt. Ich muss weg von hier – viel zu nah ist die Gefahr. Hinter mir ich erblick ein zerbombtes Dorf. Doch für Schutz reicht es mir. Ich schleiche mich – mit Brettern verbarrikadierte Fenster, keine Tür in der Angel – in ein fremdes Haus. Dreckverschmiert und düster die Räume, suche ich nach einer… Weiterlesen

Erinnerungen aus einer anderen Zeit (3)

Menschenähnliche Wesen hektisch laufen hin und her. Aufzüge verbinden die Ebenen einer riesigen Halle – transportieren Wesen und Waren auf und ab. Mittendrin ich bin – der Untergrund mein Ziel. Eine Art Tablet in der Hand – „fünf vor Zwölf“ es mich warnt. Angelangt n der Kommandozentrale alle schreien – macht euch bereit der Feind ist nah! Weiterlesen

Erinnerungen aus einer anderen Zeit (2)

In einer Lagerhalle ich mich befinde – nicht allein ich bin. Zelte, Treibstoff, Lebensmittel und Wasser wird gebraucht für unsere Mission. Wie Diebe wir uns bereichern wollen – an fremden Eigentum. Doch die Besitzer sind wohl schon lange weg – eine unerträgliche Ruhe herrscht. Jeder von uns schwärmt aus – holt sich das Nötigste heraus. Siehst du nicht unser gemeinsames Licht? Weiterlesen

Erinnerungen aus einer anderen Zeit (1)

Trostlose Steinwüste, zerbombte Häuser, zerstörte Panzerfahrzeuge überall auf dem Weg. Zu viert wir ducken und schleichen uns von Trümmerhaufen zu Trümmerhaufen – immer unter Beschuss von Feuerwaffen. Die Gegner wir nicht können sehen – sind versteckt hinter dem Geröll. Bunte Lasergeschosse pfeifen durch die Luft, schlagen neben und hinter uns auf. Feuerschutz wir uns gegenseitig geben – hasten unserem Ziel entgegen. Drei von uns sind bereits hinter einer Fassade in Schutz. Plötzlich ein Schrei – unser vierter Mann schwerverletzt am Boden unter Dauerbeschuss. Er kann sich schützen – doch allein er kann nicht weiter. Ich drehe mich zu ihm um,… Weiterlesen

Wesen aus Licht & Liebe

Unaufmerksam und halb abwesend sitze ich im sticken Schulzimmer. Lausche den Ausführungen der Lehrerin über das menschliche Herz-Kreislaufsystem zu. Wie so oft lösen sich dabei innere Horrorbilder über meine belastenden Erfahrungen meiner Nierenoperation. Schweiss überkommt mich, das Rauschen nimmt zu, Herzklopfen, glitzernde Sterne vor den Augen – Nein, jetzt nur nicht zusammenbrechen. Ich sitze doch in der Schule! Weiterlesen

Der Fischer und seine Frau

Seit dem letzten Eintrag ist ein ganzes Jahr vergangen. Vieles hat sich geändert. Vieles brauchte Zeit zum Verdauen. Für mich war die Depression ein Fluch und Segen zu gleich, denn endlich haben meine jahrelangen Ängste, Stimmungsschwankungen und Streitereien mit meiner Mutter ein Gesicht. Ich muss wohl immer schon an leichten Depressionen und einer Sozialphobie gelitten haben. Vieles davon ausgelöst durch meine psychisch kranke Mutter und nein, es handelt sich nicht um normale familiäre Verhaltensmuster. Viel eher glaube ich, dass sie an einer schizoiden Persönlichkeitsstörung, ebenfalls mit schweren Depressionen, Wahnvorstellungen und Phobien leidet. Sie gibt sogar zu, dass sie seit mehr… Weiterlesen

Tropfende Schwermut

Jeden Morgen nach dem Frühstück findet die Morgengruppe statt. Alle sitzen im Kreis und erzählen wie sie geschlafen haben und welche positiven oder negativen Gedanken sich gerade durch die gepeinigten Seelen treiben. Ich mag diese Zeit der Gemeinsamkeit und Achtsamkeit. Es löst in mir ein Gefühl der Wärme aus und öffnet mein Herz. An diesem Morgen regnet es in Strömen. Der Himmel scheint für uns zu weinen, sich der Stimmung anzupassen. Die Regentropfen sind hart, kalt und doch gleichsam beruhigend. Dieses leise, feine Rieseln bis hin zu schweren prasselnden Tropfen entspricht meinem wechselnden Gefühlszustand. Selbst die Morgengruppe scheint sich danach… Weiterlesen

Atlas der Titan

Heute ist es soweit. Nach langem Überlegen habe ich mich dazu entschlossen meine aktuelle Situation und Stimmungen aufzuschreiben. Obschon mein Verstand sagt: Was tust du da? Geht doch niemanden was an! Es geht dir ja gut! Du machst dich nur lächerlich! Du spinnst doch! Du bist unfähig! Und doch drängt es mich dazu, zu schreiben was mit mir los ist…. Bereits jetzt fängt es wieder an. Meine Tränen laufen mir über die Wangen und ich fühle mich einfach nur traurig, hilflos und einsam. Nicht zu vergessen diese Ängste und dabei weiss ich noch nicht mal genau vor was ich mich… Weiterlesen

Wirbelnde Nebelgeister

Die mühsame, qualvolle Warterei hat endlich ein Ende. Ich darf in die Barmelweid eintreten. Beim Frühstück trinke ich genüsslich meinen Kaffee, kaue zufrieden mein Brot und beobachte zum letzten Mal zu Hause die Eichhörnchen bei ihrem morgentlichen Ritual auf der Terasse. Diese Ruhe ist herrlich. Viel zu schnell verflüchtigt sich dieser Moment und reisst mich zurück in den Alltag. Es ist Zeit! Mein Lebenspartner hilft mir mit der Reisetasche und fährt mich mit dem Auto auf die Saalhöhe. Irgendwann biegen wir in ein Waldstück ein und ich verliere mich in einer Märchenwelt. Nebel liegt verspielt auf der Strasse. Immer mehr… Weiterlesen

Die zerbrochene Schutzmauer

Sie soll endlich in ihrem Tessin bleiben und mich in Ruhe lassen! Es reicht! Ich mag die Blicke der Nachbarn und vor allem ihre Anwesenheit nicht mehr ertragen. Seit Sonntag habe ich wieder steckende, pulsierende Schmerzen in der Herzgegend. Dazu diese innere Unruhe und Rastlosigkeit. Nur sehr schwer kann ich mich auf andere Dinge konzentrieren und von erholsamen Schlaf bin ich weit entfernt. Meine Gedanken ziehen immer grössere Kreise. Fast so wie beim Spielen am Wasser mit Kieselsteinen. Ich muss etwas tun! Weiterlesen

Medusa’s Tag

Heute ist es endlich soweit. Mein Vorgespräch in der Klinik Barmelweid steht an. Ich kann kaum mehr an etwas anderes denken. Ich soll in eine Klinik? Ich die seit Jahren einen riesen Bogen um Spitäler und Ärzte macht? Immer wieder verfolgen mich in Gedanken Bilder von Spritzen, Nadeln, vermummten Gestalten aus dem Operationssaal und nicht zu Letzt diese kreisenden Lampen über dem Operationstisch. Ich muss mich irgendwie beruhigen, ablenken von diesen alten Erinnerungen los reissen! Doch es geht nicht, zu schmerzlich war meine Erfahrung mit meiner Nierenoperation im Kindesalter. Aber der Uhrzeiger drängt mich auf den Weg zum vereinbarten Gespräch.… Weiterlesen