Die zerbrochene Schutzmauer

Sie soll endlich in ihrem Tessin bleiben und mich in Ruhe lassen! Es reicht! Ich mag die Blicke der Nachbarn und vor allem ihre Anwesenheit nicht mehr ertragen. Seit Sonntag habe ich wieder steckende, pulsierende Schmerzen in der Herzgegend. Dazu diese innere Unruhe und Rastlosigkeit. Nur sehr schwer kann ich mich auf andere Dinge konzentrieren und von erholsamen Schlaf bin ich weit entfernt. Meine Gedanken ziehen immer grössere Kreise. Fast so wie beim Spielen am Wasser mit Kieselsteinen. Ich muss etwas tun! Weiterlesen

Medusa’s Tag

Heute ist es endlich soweit. Mein Vorgespräch in der Klinik Barmelweid steht an. Ich kann kaum mehr an etwas anderes denken. Ich soll in eine Klinik? Ich die seit Jahren einen riesen Bogen um Spitäler und Ärzte macht? Immer wieder verfolgen mich in Gedanken Bilder von Spritzen, Nadeln, vermummten Gestalten aus dem Operationssaal und nicht zu Letzt diese kreisenden Lampen über dem Operationstisch. Ich muss mich irgendwie beruhigen, ablenken von diesen alten Erinnerungen los reissen! Doch es geht nicht, zu schmerzlich war meine Erfahrung mit meiner Nierenoperation im Kindesalter. Aber der Uhrzeiger drängt mich auf den Weg zum vereinbarten Gespräch.… Weiterlesen

Tanzende Buchstaben!

Seit mehreren Monaten habe ich Mühe Texte zu schreiben. Die Worte und Sätze sitzen im Kopf, doch irgendwie wollen sie nicht aufs Papier. Anscheinend ist das normal, dass sich bei Stress und schwerer Depression Konzentrationsstörungen einschleichen und sich in unterschiedlichen Art zeigen. Mich tröstet die Erkenntnis wenig. Seit Anfang April 2012 bin ich nun dabei zwei Grobkonzepte zuschreiben oder besser gesagt ich versuche es. Ich sitze vor dem Monitor. Die Umsetzung ist klar in meinen Gedanken. Ich weiss wie die Dokumente aussehen sollen, was ich schreiben will und trotzdem tippen meine Hände etwas anderes. Mist, schon wieder eine rote Wellenlinie… Weiterlesen

Zahnräder des Lebens

Tick, tack, tick, tack …… die Zeiger der Uhr treiben in gleichem Takt vorwärts, drängen die Zeit und damit alles Leben vorwärts – haben mich immer vorwärts getrieben. Immer diese innere Unruhe und Rastlosigkeit und ich weiss nicht warum. Mein Kopf fühlt sich an wie ein riesiges Uhrwerk. Angetrieben von schweren Gewichten. Es scheint einfach irgendwie zu funktionieren oder besser es hat lange funktioniert. Ein Zahnrad hat sich blockiert und damit das innere Uhrwerk gestört. Die anderen Zahnräder drängen weiter, wollen vorwärts und schieben die Blockade weiter. Doch damit ändert sich der Takt der Zeit. Alles gerät ausser Kontrolle, wetzt… Weiterlesen

Leinwand des Vergessens

Was macht das rohe, aufgeschlagene Ei auf meiner Küchenablage? Verwirrt schaue ich auf das klare, gelbe Etwas vor mir. Ich kann mir nicht erklären wie das dahin kommt und welchen Sinn das haben soll. In meinem Kopf ist eine entspannende und gleichzeitig eine Leere. Die Welt um mich wirkt irgendwie surreal. Mein Körper steht in der Küche, mein Geist daneben. Alles fühlt sich unwirklich, leicht und trotzdem faszinierend schön an. Fast so, als würde ich stehend in der Küche schlafen und bewusst träumen. Langsam lichtet sich der Nebel in meinem Geist, die Schwerelosigkeit verfliegt, Blitze durchdringen meine Sehnerven und holen… Weiterlesen

Quälende Geister der Nacht

Den halben Sonntag über bin ich unglaublich traurig. Tränen laufen mir über die Wangen. Mein Herz rast und verursacht stechende Schmerzen. Ich sehne mich nach Liebe, Wärme und Zuneigung. Doch ich habe Angst wieder verletzt zu werden und schweige. Gegen 23.00 Uhr gehe ich ins Bett. Mein Partner kommt auch. Ich kuschle mich an ihn, in der Hoffnung die benötigten Gefühle zu bekommen. Doch irgendwie spüre ich nichts – spüre meinen Körper nicht, fühle keine Nähe – nur Angst. Er schläft ein und ich werde wütend auf ihn. Fange an zu weinen und ihn solange ohne Grund zu beschimpfen bis… Weiterlesen

Die rollende Perlenkette

Lange Zeit fuhr ich jeden Tag mit dem Auto zur Arbeit. Hin und Her – immer dieselbe langweilige Strecke auf der Autobahn. Diese Monotonie und Eintönigkeit führte irgendwann dazu, dass ich mich mit immer grösserer Gleichgültigkeit hinters Steuer setzte! Immer öfter kam es vor, dass ich jedigliches Zeitgefühl verlor und noch nicht einmal die Strassensignalisationen wahr nahm. Über die Jahre verteilt, nimmt der Verkehr immer mehr zu. Bald erinnern mich die Lichter der Fahrzeuge immer mehr an eine glänzende Perle. Der tägliche Kampf vor der Einfahrt – dem Verschluss der Kette – ist nicht viel besser. Die Autos mit ihren Besitzern… Weiterlesen